Pfandkredit in der Schweiz: Was, Wie, Wo?

Pfandkredit Schweiz

Ein Pfandkredit ist eine schnelle Möglichkeit der Finanzierung, bei der ein Wertgegenstand als Sicherheit hinterlegt und am Ende der Kreditlaufzeit wieder zurückgegeben wird. Die häufigsten Formen sind die Pfandleihe im Pfandhaus, die Fahrzeugverpfändung im Autopfandhaus und der Lombardkredit bei einer Bank. Der Umgang mit den Eigentumsrechten ist der Hauptunterschied von Pfandleihen zu Verkäufen und Rückkaufmodellen.

Vorteile eines Pfandkredits sind die sofortige Auszahlung, einfache Abwicklung und mögliche Finanzierung bei schwacher Bonität. Nachteile sind hohe Gesamtkosten (monatliche Zinsen plus Gebühren) und ein deutlich unter Marktwert liegender Belehnungswert.

Bei Nichtauslösung wird das Pfand verwertet (versteigert) und der Kredit inklusive Kosten wird aus dem Erlös gedeckt.

Voraussetzung für einen Pfandkredit sind ein verwertbarer Gegenstand, Identitätsnachweis und manchmal Eigentums- sowie Echtheitsunterlagen. Gerne akzeptiert werden vor allem liquide Pfande wie Edelmetalle, Schmuck, Markenuhren, Anlagemünzen, Autos und Wertschriften.

Ein Pfandkredit ist rechtlich ein Darlehen plus Pfandrecht. Das Konsumkreditgesetz ist in der Praxis fast immer wegen Artikel 7 ausgenommen.

Was ist ein Pfandkredit?

Ein Pfandkredit ist ein kurzfristiger Kredit, bei dem ein Wertgegenstand als Sicherheit für die Rückzahlung beim Anbieter hinterlegt wird. Die maximale Höhe des Pfandkredits richtet sich nach dem Schätzwert und dem Belehnungswert des Pfands. Bei der Rückzahlung des Kreditbetrags zuzüglich Zinsen innerhalb der vereinbarten Frist, wird das Pfand wieder ausgelöst.

Welche Arten von Pfandkrediten gibt es in der Schweiz?

Pfandkreditarten

Es gibt Pfandkredite auf alle Arten von Wertgegenständen, die sich aber alle ähnlich verhalten. Folgende 3 Arten von Pfandkrediten werden am häufigsten vergeben.

  1. Klassische Pfandleihe im Pfandhaus
  2. Fahrzeugverpfändung im Autopfandhaus
  3. Lombardkredit bei einer Bank

1. Klassische Pfandleihe im Pfandhaus

Bei der klassischen Pfandleihe im Pfandhaus werden Schmuck, Uhren, Edelmetalle und wertvolle technische Geräte als Pfand verwendet. Das Pfand bleibt über die Kreditdauer im Pfandhaus.

2. Fahrzeugverpfändung im Autopfandhaus

Bei einer Fahrzeugverpfändung wird ein Auto, Motorrad oder Lieferwagen als Pfand verwendet. Das Pfandfahrzeug wird während der Laufzeit des Pfandkredits vom Kreditgeber verwahrt und kann vom Kreditnehmer nicht genutzt werden, ausser wenn ein rechtliches Spezialkonstrukt verwendet wird.

3. Lombardkredit bei einer Bank

Bei einem Lombardkredit bei einer Bank werden Wertschriften als Pfand verwendet. Wertschriften, die verpfändet werden, sind beispielsweise Aktien, Anleihen, Kryptowährungen und Derivate. Während der Kreditdauer können belehnte Wertschriften in der Regel wie gewohnt selbst verwaltet werden.

Pfandkredit vs. Verkauf vs. Rückkaufmodell

Pfandkredit, Verkauf und Rückkaufmodell sind drei unterschiedliche Wege, um schnell Liquidität durch Wertgegenstände zu erhalten. Ob man Pfandkredit, Verkauf oder Rückkaufmodell wählen sollte, kommt darauf an, wie wichtig einem die Eigentumsrechte am veräusserten Wertgegenstand sind.

Ein Pfandkredit ist eine Belehnung eines Wertgegenstands, ohne dass Eigentumsrechte übertragen werden. Der Wertgegenstand bleibt wirtschaftlich beim Eigentümer, wird jedoch als Sicherheit hinterlegt.

Ein Verkauf ist eine endgültige Übertragung der Eigentumsrechte. Es entstehen keine laufenden Kosten und keine Rückzahlungsverpflichtung von Seiten des Verkäufers und es besteht kein Anspruch auf Rückerhalt des Wertgegenstands.

Ein Rückkaufmodell kombiniert einen Verkauf mit einem vertraglichen Rückkaufrecht. Der Gegenstand wird zunächst verkauft, kann aber innerhalb einer Frist zu einem festgelegten Rückkaufpreis zurückerworben werden. Beim Rückkaufmodell sind die Finanzierungskosten effektiv die Differenz zwischen Kaufpreis und Rückkaufpreis.

Was sind die Vor- und Nachteile eines Pfandkredits?

Die Vorteile eines Pfandkredits sind folgende.

  • Ein Pfandkredit bietet extrem schnell Liquidität.
  • Ein Pfandkredit kann auch bei schlechter Bonität aufgenommen werden.
  • Ein Pfandkredit bietet sehr hohe Diskretion, da er nicht bei Schuldenregistern festgehalten werden muss.
  • Das Pfand eines Pfandkredits sichert den Kreditbetrag ab, wodurch Kreditnehmer nicht ins Minus gehen können.
  • Firmenkunden können ungenutzte Firmenwagen unkompliziert und kurzfristig verpfänden.

Die Nachteile eines Pfandkredits sind folgende.

  • Pfandleihhäuser gewähren aus Sicherheitsgründen relativ geringe Belehnungswerte im Vergleich zum Wert des Pfandes.
  • Der Pfandgegenstand kann während der Kreditdauer in der Regel nicht genutzt werden.
  • Bei Pfandkrediten entstehen Aufwände und Kosten für die Abwicklung und Lagerung, da Pfande meistens physische Gegenstände sind.
  • Pfandkredite sind teuer im Vergleich zu anderen Kreditarten.

Was kosten Pfandkredite?

Pfandkredite kosten oft Zinsen von rund 1% des Kreditbetrags pro Monat, wobei die Zinsen natürlich je nach Anbieter und kantonalen Regulierungen schwanken. Pfandkredite sind im Vergleich zu Privatkrediten eher teuer, denn ein Zinssatz von 1% pro Monat entspricht einem Jahreszinssatz von 12%. Zusätzlich zu den Zinskosten werden bei den meisten Pfandleihhäusern verschiedene Gebühren für administrative oder logistische Aufwände fällig, entweder als Fixbeträge oder als Prozentsatz. Massgebend für die Gesamtkosten bis zur Auslösung sind nicht nur der Zins, sondern auch die Gebühren und allfällige Schätz-, Vertrags-, Lager- und Versicherungskosten.

Der Gesamtpreis eines Pfandkredits lässt sich folgendermassen berechnen: Rückzahlungsbetrag = Kreditbetrag + (Kreditbetrag × Zinssatz × Laufzeit) + fixe Gebühren.

Was passiert bei Nichtauslösung eines Pfands?

Ein Pfand wird verkauft, wenn es nicht rechtzeitig durch Bezahlen der Kreditschuld ausgelöst wird. Aus dem Erlös des Verkaufs wird die Kreditschuld inklusive der Kosten für den Verkauf beglichen. Falls vom Verkaufserlös nach Begleichung der Kreditschuld ein Überschuss bleibt, steht dieser grundsätzlich dem vorherigen Eigentümer des Pfands zu. Reicht der Verkaufserlös nicht aus, um die Kreditschuld zu begleichen, hängt es vom kantonalen Recht und vom Vertrag ab, ob nur das Pfand haftet oder ob der Anbieter den Fehlbetrag separat geltend machen kann. Oft besteht durch eine Mahnung vor der Versteigerung des Pfandes noch eine letzte Möglichkeit, den Gegenstand auszulösen oder den Vertrag zu verlängern, beispielsweise innert 30 Tagen nach Ablauf des Vertrags.

Was sind die Voraussetzungen für Pfandkredite?

Die zentralen Voraussetzungen für einen Pfandkredit sind ein verwertbarer Wertgegenstand, eine nachweisbare Identität und die Plausibilität des Eigentums. Entscheidend für die Bewertung ist, ob der Gegenstand echt, vollständig, marktfähig und ausreichend werthaltig ist, damit er bei Bedarf verkauft werden könnte. Anbieter von Pfandkrediten achten auf rechtliche Sauberkeit (klare Herkunft) und auf praktische Verwertbarkeit (Zustand, Nachfrage, Dokumente).

Welche Sicherheiten werden als Pfand akzeptiert?

Als Sicherheiten bei Pfandkrediten werden vor allem Gegenstände akzeptiert, die sich schnell und mit kalkulierbarem Umsatz verwerten lassen. Typische Pfande sind Schmuck, Markenuhren, Edelmetalle (Gold, Silber, Platin), Edelsteine (Diamanten, Brillanten), Anlagemünzen, technische Geräte, Wertschriften und je nach Anbieter Luxusgüter, Kunst, Handtaschen und Sammlerstücke.

Der Belehnungswert wird aus dem berechneten Wert des Pfandgegenstandes abgeleitet. Der Belehnungswert liegt unter dem möglichen Verkaufspreis, weil Sicherheitsabschläge, Lagerung, Versicherung und Verwertungsrisiko eingerechnet werden. Bei Wertschriften werden stark volatile oder illiquide Positionen niedrig oder gar nicht belehnt. Bei Kunst oder sehr speziellen Objekten sind die Annahme und Belehnung stark vom Anbieter, einem Gutachten und der Marktliquidität abhängig.

Welche Unterlagen sind nötig bei Pfandkrediten?

Grundsätzlich wird ein amtlicher Ausweis zur Identitätsprüfung verlangt. Häufig verlangt oder stark empfohlen sind ausserdem Eigentums- und Echtheitsnachweise, beispielsweise Kaufbelege, Zertifikate, Garantiekarten, Serviceunterlagen, Gutachten oder eine eindeutige Seriennummern-Dokumentation. Je besser die Nachweise, desto einfacher ist die Annahme und desto höher ist der erzielbare Belehnungswert des Gegenstands. Bei Fahrzeugverpfändung werden die Fahrzeugdokumente und Schlüssel verlangt. Bei Wertschriften sind Unterlagen zum Depot und zur Kundenlegitimation nötig und je nach Situation können zur Geldwäscheprävention Herkunftsabklärungen verlangt werden.

Wie ist der Ablauf bei einem Pfandkredit?

Der Ablauf bei einem Pfandkredit folgt einem klaren Standardprozess. Zuerst wird der Gegenstand vorbereitet und zusammen mit dem Identitätsnachweis vorgelegt, danach erfolgt die Schätzung und daraus der Belehnungswert. Auf Basis des Belehnungswerts macht der Anbieter ein konkretes Angebot mit Laufzeit, Zins und Gebühren. Nach Vertragsabschluss wird der Betrag ausbezahlt und das Pfand verwahrt. Am Ende wird der Kredit plus Kosten bezahlt und das Pfand ausgelöst oder das Pfand wird verkauft.

Eine gute Vorbereitung des Pfandes kann den Belehnungswert verbessern. Bei Uhren und Luxusartikeln zählen Box, Papiere, Garantiekarte und Servicebelege. Bei Schmuck und Edelmetallen helfen Zertifikate und klare Angaben zu Legierung, Gewicht und Marke. Technik sollte funktionstüchtig sein und mit Ladegerät, Originalzubehör und Seriennummer vorliegen. Kaufbelege oder andere Herkunftsnachweise sollten mitgenommen werden, falls vorhanden.

Den Gegenstand durch Fotos und Seriennummern vorab zu dokumentieren ist sinnvoll, damit bei der Rückgabe keine Unklarheiten entstehen.

Das Pfandleihhaus prüft Echtheit, Zustand und Marktfähigkeit des Gegenstands und leitet daraus den Schätzwert und den Belehnungswert ab. Der maximale Belehnungswert beträgt üblicherweise 10%–20%, aber es gibt auch Fälle/Anbieter, in denen beispielsweise 60% möglich sind. Faktoren, die die Belehnung verringern, sind schlechte Liquidität (schwer verkaufbar), starke Wertschwankungen, fehlende Dokumente, Schäden, unklare Herkunft oder Sammlerstücke ohne stabilen Markt.

Nach der Bewertung des Gegenstands folgt ein konkretes Angebot mit Auszahlungsbetrag, Laufzeit, Zinssatz, Gebühren sowie Regeln zu Verlängerung, Rückzahlung und Verwertung bei Nichtauslösung. Der Kreditnehmer sollte vor der Unterschrift prüfen, ob die Zinsen auf ganze Monate aufgerundet werden, welche Kosten bei Verlängerung anfallen und wie mit einem allfälligen Überschuss nach einer Verwertung umgegangen wird. Mit Vertragsabschluss wird das Pfand hinterlegt und der Kreditbetrag ausbezahlt.

Zur Auslösung des Pfands wird der Kreditbetrag plus Zinsen und Gebühren bezahlt. Eine Verlängerung ist oft möglich, kostet aber meistens Verlängerungsgebühren.

Wo bekommt man einen Pfandkredit in der Schweiz?

Pfandkredite bekommt man in der Schweiz entweder bei kantonalen Institutionen oder einigen Privatanbietern, je nach Kanton. Bekannte Anbieter sind beispielsweise die «Pfandleihkasse der Zürcher Kantonalbank», die «Caisse Publique de Prêts sur Gages (CPPG)» und das «Istituto Prestiti su Pegno di Lugano».

Sie können Kredite Schweiz gerne nach Anbietern von Pfandkrediten, Rückkaufmodellen oder Lombardkrediten fragen, falls Sie sich nicht sicher sind oder eine Liste von Anbietern möchten.

Wo werden Pfandkredite rechtlich eingeordnet?

Ein Pfandkredit ist zivilrechtlich eine Kombination aus Darlehen und Pfandrecht als Sicherheit. Bei klassischen Pfandkrediten auf bewegliche Sachen handelt es sich um ein Faustpfandrecht. In der Praxis wird das über einen Pfandvertrag/Pfandschein dokumentiert. Bei Nichtauslösung erfolgt die Verwertung nach den vertraglichen Regeln und je nach Konstellation auch betreibungsrechtlich. Pfandkredite können theoretisch in die Zuständigkeit des Konsumkreditgesetzes fallen, aber praktisch erfüllen sie fast immer die Ausschlusskriterien (Art. 7 KKG). Folgende sind relevante Gesetzesartikel in Bezug auf die Pfandleihe.

  • OR Art. 312 ff. (Darlehensvertrag)
  • ZGB Art. 884 ff. (Faustpfandrecht an beweglichen Sachen; Besitzprinzip)
  • SchKG Art. 151–158 (Betreibung auf Pfandverwertung), insbesondere Art. 154 SchKG (Zeitfenster fürs Verwertungsbegehren bei Faustpfand)

Findet bei Pfandkrediten eine Bonitätsprüfung statt?

Nein, bei Pfandkrediten findet in der Regel keine Bonitätsprüfung statt. Die Kreditfähigkeit und Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers sind gegeben, weil der Wert des hinterlegten Pfandgegenstands den Kreditbetrag übertrifft. Aufgrund des Pfands ist es nicht nötig, für den Kreditnehmer eine Bonitätsprüfung durchzuführen.

Bergen Pfandkredite ein Risiko zur Überverschuldung?

Pfandkredite bergen kein hohes Risiko zur Überverschuldung, da die Kreditnehmer nicht ins Minus gelangen können. Der maximale wirtschaftliche Verlust ist auf den Wert des Pfandes beschränkt, ausser im seltenen Fall der Unterdeckung. Bei einer Unterdeckung kann eine Überverschuldung entstehen, falls eine Betreibung eingeleitet wird.