Privatkredit in der Schweiz: Was, Wie, Wo?

Ein Privatkredit ist ein ungebundenes Darlehen für private Zwecke, das in festen Monatsraten inklusive Zinsen zurückbezahlt wird. Der Kreditnehmer muss volljährig und kreditfähig sein, darf keine laufenden Betreibungen haben und muss je nach Aufenthaltsstatus akzeptiert werden.
Die Gesamtkosten eines Privatkredits hängen stark von Bonität, Laufzeit, Kredithöhe, Einkommen, Zahlungshistorie und bestehenden Verpflichtungen ab, aber 2026 gilt eine gesetzliche Zinsobergrenze von 10%. Einen Privatkredit beantragt man möglichst günstig, indem man die Faktoren verbessert, die sich auf den Zins auswirken, und indem man den richtigen Anbieter wählt.
Die Zinsfaktoren können Sie teilweise selbst beeinflussen. Kurzfristig lohnt es sich, keine Fehler bei der Beantragung zu machen, wie beispielsweise viele Anbieter aufs Mal anzufragen. Langfristig (3–12 Monate aufwärts) lohnt es sich, eine möglichst saubere Zahlungshistorie aufzubauen.
Um den geeigneten Kreditgeber zu finden, gibt es qualifizierte Kreditvermittler, aber eine Garantie für den günstigsten Zinssatz kann Ihnen selbstverständlich niemand geben.
Inhaltsverzeichnis
Was ist die Definition eines Privatkredits?
Ein Privatkredit ist ein Darlehen an eine Privatperson für private Zwecke, das der Kreditgeber als Geldbetrag auszahlt und der Kunde in festen Monatsraten inklusive Zinsen zurückbezahlt.
Was ist der Unterschied zwischen Privatkrediten und anderen Kreditarten?
Der Unterschied zwischen Privatkrediten und anderen Kreditarten ist, dass der Verwendungszweck ungebunden ist. Bei Geschäftskrediten, Studienkrediten oder Hypotheken ist der Kredit an etwas gebunden und somit erfolgt eine andere Risiko-Kalkulation.
Was sind die Voraussetzungen für einen Privatkredit?
Die Voraussetzungen für einen Privatkredit sind teilweise gesetzlich geregelt und teilweise vom Kreditinstitut abhängig. Folgende Voraussetzungen gelten für Privatkredite (Konsumkredite) in der Schweiz.
- Kreditfähigkeit: Es ist verboten, Kredite zu vergeben, die zur Überverschuldung führen. Der Kreditgeber muss vor Vertragsabschluss prüfen, ob der Kunde den Kredit innert 36 Monaten zurückzahlen könnte, auch wenn die reale Laufzeit länger ist. Deshalb ist es beispielsweise nicht möglich, ohne Einkommen einfach einen Privatkredit zu beantragen.
- Volljährigkeit: Es ist verboten, Kredite an Minderjährige zu geben.
- Kein Konkurs oder laufende Betreibungen: Der Privatkonkurs oder laufende Betreibungen führen zur Kreditablehnung.
- Aufenthaltsstatus: Ohne Schweizer oder liechtensteinische Staatsbürgerschaft hat der Aufenthaltsstatus Einfluss auf die Kreditvergabe. C-Ausweise werden problemlos akzeptiert, B-Ausweise sind schwieriger, aber manchmal mit höheren Zinsen und tieferem Maximalbetrag möglich. G- und L-Ausweise werden mit hoher Wahrscheinlichkeit abgelehnt.
Was sind die Kosten von Privatkrediten?
Die Gesamtkosten von Privatkrediten belaufen sich auf die effektiven Jahreszinsen und je nach Kreditgeber noch zusätzliche Gebühren. Diese Zusatzgebühren können beispielsweise als Abschlussgebühren oder bei Online-Anbietern als Plattformgebühren deklariert sein. Die Gesamtkosten von Privatkrediten schwanken je nach Bonität des Kreditnehmers extrem stark, liegen aber in der Regel zwischen 4% und 12%. Momentan (2026) liegt die gesetzliche Höchstgrenze für Konsumkredite bei 10%.
Bei Privatkrediten, die unter das Konsumkreditgesetz fallen, darf keine separate Vermittlungsgebühr in Rechnung gestellt werden. Eine vorzeitige Rückzahlung des Kredits muss laut Gesetz kostenlos möglich sein.
Wie beeinflusst man die Zinshöhe bei Privatkrediten?

Die Zinshöhe eines Privatkredits wird davon beeinflusst, wie hoch man Ihr Ausfallrisiko schätzt. Je nachdem, wie die unterschiedlichen Kreditgeber Sie beurteilen, bekommen Sie deshalb unterschiedlich gute Zins-Offerten.
Jeder Kreditgeber hat unterschiedliche interne Bewertungsrichtlinien. Je mehr laufende Verpflichtungen und Kosten Sie bereits haben, desto höher ist aus Sicht des Kreditgebers Ihr Ausfallrisiko, und desto höher wird der Zins. Folgende Dinge werden bei der Zinsberechnung eingepreist.
- Vergangene Betreibungen: Erhöhen den Zins oder führen sogar zur Ablehnung des Antrags.
- Einkommensstabilität: Befristet angestellt erhöht den Zins, Selbstständigkeit erhöht den Zins, variabler Lohn erhöht den Zins.
- Zahlungshistorie: Negative Auffälligkeiten erhöhen den Zins. Hierzu werden verschiedene Datenbanken (IKO, ZEK, CRIF, Betreibungsregister) abgefragt, die Informationen zu Ihrem Zahlungsverhalten sammeln.
- Privatkredit-Laufzeit: Lange Kredit-Laufzeiten erhöhen den Zins leicht, da die Ausfall-Wahrscheinlichkeit mit der Zeit steigt. Sehr lange Laufzeiten erhöhen die Gesamtkosten des Kredits drastisch, da der Zins länger monatlich gezahlt werden muss, selbst falls der Zinssatz gleich bleibt.
- Kredithöhe: Je näher der beantragte Kredit an Ihrer Kreditlimite ist, desto höher wird der Zins.
- Demographie: Das Alter und die Nationalität können ebenfalls zu einem höheren Zins führen, ähnlich wie bei Versicherungen. Ein Alter von unter 25 Jahren oder über 65 Jahren erhöht meistens den Zinssatz.
Die Kreditzinsen können für dieselbe Person bei verschiedenen Kreditgebern sehr unterschiedlich sein, weil andere Bewertungskriterien für die Ausfallwahrscheinlichkeit verwendet werden.
Wie findet man günstige Privatkredit-Anbieter?

Günstige Privatkredit-Anbieter findet man je nach Antragsteller unterschiedlich. Um den passenden Anbieter für eine Person zu finden, muss man sich mit den einzelnen Kreditgebern auskennen und einschätzen können, wo die Person am besten ins Profil passt. Beispielsweise ist der passende Kreditgeber für jemanden mit ausgezeichneter Bonität und hohem Einkommen ein anderer als für jemanden am Existenzminimum.
Um auf eigene Faust einen günstigen Anbieter zu finden, empfiehlt es sich, so viele Infos wie möglich über die verschiedenen Anbieter zu lesen, bevor man einen Antrag stellt. Mehrere gleichzeitige Anträge bei verschiedenen Anbietern senden negative Signale und sollten unbedingt vermieden werden. Wenn Sie sich einen Überblick der Anbieter verschaffen wollen, können Sie auf der Homepage von Kredite Schweiz einen Kreditvergleich finden.
Es gibt immer auch die Möglichkeit einer Kreditvermittlung, falls Sie sich nicht selbst über die Kreditgeber informieren wollen. Diese dürfen in der Schweiz nicht gesondert in Rechnung gestellt werden. Mehr dazu im nächsten Unterkapitel.
Wie geht die optimale Beantragung eines Privatkredits?
Die Beantragung eines Privatkredits läuft in folgenden 5 Schritten ab. Das Kredite Schweiz Team hilft Ihnen bei Fragen gerne weiter.
1. Kreditvermittler finden

Im ersten Schritt empfiehlt es sich, einen vertrauenswürdigen Kreditvermittler zu finden. Alternativ können Sie sich auch selbst über die Bewertungsrichtlinien verschiedener Kreditgeber informieren und den Direktkontakt suchen.
Kredite Schweiz steht Ihnen mit dem untenstehenden Beantragungsformular zur Verfügung, falls Sie eine Liste von einigen offiziell geprüften und etablierten Kreditvermittlern in der Schweiz möchten. Dies ist für Sie kostenlos und unverbindlich.
2. Kreditantrag stellen

Beim Kreditantrag braucht der Kreditvermittler von Ihnen alle relevanten Daten, beispielsweise Ihre Personalien, einen Einkommensnachweis (Lohnausweis) und Ihren Aufenthaltsstatus.
Bei Privatkrediten bleibt der Grund für den Kredit Privatsache und es gibt keine Beschränkungen bei der Verwendung.
3. Kreditofferte bekommen

Der Kreditgeber wird jetzt Ihren Antrag prüfen und Ihnen dann eine Offerte zukommen lassen, wenn Ihr Privatkredit-Antrag genehmigt wird. In der Schweiz bekommt man keinen seriösen Kredit ohne Bonitätsprüfung, denn die Prüfung der Kreditfähigkeit ist gesetzlich vorgeschrieben. In der Offerte erfahren Sie den genauen Zinssatz, den Sie oder Ihr Kreditvermittler für Sie herausholen konnte.
4. Gesetzliche Wartefrist abwarten

Wenn Sie die Kreditofferte annehmen, unterschreiben Sie sie und warten, bis die gesetzliche Wartefrist von 14 Tagen vorbei ist. Diese Frist dient als 14-tägiges Widerrufsrecht, um Kreditnehmer zu schützen und die Möglichkeit zu geben, sich umzuentscheiden.
Nur für relativ kleine Kreditbeträge gibt es eine Alternative, falls Sie die Frist nicht abwarten möchten. Da bei Kreditkarten keine Wartefrist anfällt, können Sie eine beantragen, die Sie sofort erhalten und nutzen können. Einige Karten bieten einen extrem schnellen Beantragungsprozess, doch der Kreditrahmen ist verglichen mit einem Privatkredit natürlich sehr begrenzt. Geeignete Karten finden Sie in unserem Blog oder ansonsten können Sie uns gerne schreiben.
5. Auszahlung des Kredits

Die Überweisung der Kreditsumme auf das Konto Ihrer Wahl erfolgt, nachdem die Frist abgewartet wurde. Ab diesem Zeitpunkt beginnt die Rückzahlungsfrist gemäss der im Vertrag vereinbarten Laufzeit und Konditionen.
Beantragungsformular
Die Anfrage über dieses Formular ist unverbindlich und kostenlos. Sie erhalten von uns eine allgemeine Übersicht mit externen Kontaktmöglichkeiten zu Kreditvermittlern in der Schweiz. Wir geben keine individuelle Kreditberatung und leiten keine Personendaten weiter.
Die Kreditvergabe ist verboten, falls sie zur Überschuldung führt (Art. 3 UWG).
Sollte man mehrere Privatkredite gleichzeitig beantragen?
Nein, man sollte nicht mehrere Privatkredite gleichzeitig beantragen, weil jeder Antrag gespeichert wird und mehrfache Anträge für Kreditgeber nach finanziellen Schwierigkeiten aussehen. Mehrere Kreditanträge erhöhen den Zins oder führen sogar zur Antragsablehnung, da sie eine finanzielle Notlage signalisieren. Aus diesem Grund sollten Sie nur bei einem Anbieter gleichzeitig einen Antrag machen.
Wie lange dauert die Kreditentscheidung nach dem Privatkredit-Antrag?
Eine Kreditentscheidung dauert je nach Anbieter von wenigen Stunden bis zu 1–3 Arbeitstagen. Es gibt Anbieter, die bereits innerhalb von 5 Minuten einen provisorischen Vorentscheid geben, ob ein Kredit gewährt wird oder nicht. Falls in Ihrem Fall Geschwindigkeit wichtig ist, können Sie uns gerne eine Nachricht schreiben.
Wie berechnet man den Maximalbetrag eines Privatkredits?
Den Maximalbetrag eines Privatkredits kann man ungefähr berechnen, indem man den frei verfügbaren Teil seines Einkommens mit 30 multipliziert. Zur einfacheren Berechnung steht Ihnen unser Kreditlimit-Rechner zur Verfügung.
Wo sind Privatkredite rechtlich geregelt?
Rechtlich fallen Privatkredite unter das Konsumkreditgesetz (KKG), sofern der Kredit zwischen CHF 500 und CHF 80’000 liegt und länger als 3 Monate läuft. Das Gesetz zielt darauf ab, Konsumenten vor Überschuldung zu schützen.
