Was muss man wissen über Kreditversicherungen?

Kreditversicherungen Schweiz

Der Begriff «Kreditversicherung» bezieht sich sowohl auf eine Absicherung für Einzelpersonen gegen Zahlungsschwierigkeiten bei Krediten als auch auf einen Schutz für Unternehmen vor Ausfallrisiken. Kreditnehmende sichert sie gegen Zahlungsunfähigkeit ab, die durch unerwartete Lebensereignisse wie Tod, Arbeitslosigkeit oder Krankheit entsteht. Unternehmen nutzen Kreditversicherungen, um sich gegen den Ausfall von Forderungen abzusichern, beispielsweise bei Verkäufen auf Rechnung.

Kreditversicherungen für Kreditnehmer werden je nach Anbieter auch «Restkreditversicherung», «Ratenausfallversicherung», «Restschuldversicherung» oder einfach «Ratenversicherung» genannt. Die in der Schweiz gängigen Kreditversicherungen für Kreditnehmer umfassen Todesfallrisiko-, Raten-, Lebens-, Rechtsschutz- und Identitätsdiebstahlversicherungen.

Obwohl Kreditversicherungen zusätzliche Sicherheit bieten, sind sie mit hohen Kosten und zahlreichen Ausschlusskriterien verbunden, was ihren Nutzen erheblich einschränkt. Kreditversicherungen lohnen sich somit in den meisten Fällen nicht.

Entscheidend für die Auswahl einer passenden Versicherung sind der Deckungsumfang, das Kosten-Nutzen-Verhältnis sowie die spezifischen Ausschlüsse und Bedingungen im Vertrag. Fehler wie der Abschluss überflüssiger Versicherungen oder das Vernachlässigen des Kleingedruckten können teuer werden.

Was ist eine Kreditversicherung?

Das Wort «Kreditversicherung» wird in zwei verschiedenen Kontexten verwendet. Zum einen ist eine Kreditversicherung eine Versicherung für Kreditnehmende, die sich im Falle von Zahlungsschwierigkeiten absichern wollen. Zum anderen ist eine Kreditversicherung eine Versicherung für Unternehmen, die sich gegen Ausfallrisiken bei Verkäufen auf Rechnung absichern wollen.

Versicherungen für Kreditnehmer und Kreditgeber

Eine Kreditversicherung schützt Kreditnehmer vor der Zahlungsunfähigkeit, wenn unglückliche Umstände die persönlichen Finanzen verschlechtern. In der Schweiz sind Kreditversicherungen für den Todesfall bei den meisten Anbietern obligatorisch, doch kann auch zusätzlicher Schutz überall fakultativ hinzugekauft werden, typischerweise mit einer Ratenversicherung. Die Kreditgeber fungieren dabei nicht als direkte Versicherungsanbieter, sondern agieren als Vermittler zwischen Kreditnehmenden und Versicherungsgesellschaften, wofür sie Provisionen erhalten. Die tatsächlichen Anbieter von Ratenkreditversicherungen in der Schweiz sind unter anderen Axa, Chubb, Helvetia und Generali.

Eine Kreditversicherung schützt Unternehmen vor dem Ausfallrisiko einer Forderung im Rahmen eines Lieferantenkredits, etwa bei Warenlieferungen, Werklieferungen, Dienstleistungen oder Werkleistungen. Sie tritt ein, wenn nach der Lieferung oder Leistung die Zahlung des Kunden ausbleibt. Unternehmen, die ihren Kunden für die Bezahlung eine Frist gewähren, sichern sich mit der Warenkreditversicherung (WKV) gegen massive Konsequenzen eines möglichen Forderungsausfalls ab. Die WKV wird auch als Forderungsausfallversicherung oder Delkredereversicherung bezeichnet, da sie sich auf die offene Forderung und nicht direkt auf die gelieferten Waren oder erbrachten Dienstleistungen bezieht.

Welche Arten von Kreditversicherungen gibt es für Kreditnehmer?

Verschiedene Arten von Kreditversicherungen werden in der Schweiz für Kreditnehmer angeboten. Einige versichern auch nicht direkt den Kredit, sondern einen Bereich, der eng mit der Kreditnahme verwickelt ist. Die Versicherungen bieten zwar zusätzliche Sicherheit, variieren jedoch stark im Deckungsumfang. Im Folgenden 5 verbreitete Arten von direkten und indirekten Kreditversicherungen.

  1. Todesfallrisiko-Versicherung
  2. Ratenversicherung
  3. Lebensversicherung
  4. Rechtsschutzversicherung
  5. Identitätsdiebstahlversicherung

1. Todesfallrisiko-Versicherung

Die Todesfallrisiko-Versicherung ist eine der grundlegenden und oft vorausgesetzten Versicherungen bei der Aufnahme eines Kredits in der Schweiz. Sie dient dazu, die verbleibende Kreditschuld im Falle des Todes des Kreditnehmers zu begleichen, damit die finanzielle Last nicht auf die Erben übergeht. Die Deckung dieser Versicherung ist meist auf einen bestimmten Höchstbetrag limitiert, der je nach Anbieter variiert, jedoch in der Regel zwischen 80’000 und 100’000 Franken liegt. Wichtig zu wissen ist, dass bestimmte Todesursachen von der Deckung ausgeschlossen sind, wie solche, die aus der Ausübung von Extremsportarten (beispielsweise Pferderennen oder Kampfsport) resultieren.

Bei den meisten Kreditgebern ist die Todesfallrisiko-Versicherung in die allgemeinen Kreditkosten integriert. Die Kosten dafür sind gering, da diese Versicherung ein Standardrisiko abdeckt.

2. Ratenversicherung

Die Ratenversicherung (auch bekannt als Restkreditversicherung, Restschuldversicherung oder Ratenausfallversicherung) zielt darauf ab, die Kreditraten bei Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfähigkeit oder Erwerbsunfähigkeit des Kreditnehmers zu übernehmen. Die genauen Bedingungen, wie Karenzzeiten und maximale Leistungsperioden, variieren je nach Anbieter.

Die Kosten für eine Ratenversicherung betragen zwischen rund 4% und fast 8% der monatlichen Kreditrate. Diese Versicherung kann somit einen signifikanten Anteil an den Gesamtkosten eines Kredits ausmachen. Die Höhe der Kosten hängt auch von der Bonität des Kreditnehmers ab, wobei Personen mit schlechterer Bonität höhere Prämien zahlen.

3. Lebensversicherung

Im Kontext von Krediten kann eine Lebensversicherung als eine erweiterte Form der Todesfallrisiko-Versicherung betrachtet werden. Lebensversicherungen werden auch bei der Bonitätsprüfung berücksichtigt und als Sicherheit angesehen. Lebensversicherungen sind eine interessante Option für Kreditnehmer, die zusätzlich zur Absicherung des Kredites auch eine Form der Altersvorsorge oder Krankheitsabsicherung suchen.

Die Kosten einer Lebensversicherung hängen von verschiedenen Faktoren ab, einschliesslich Alter, Gesundheitszustand des Versicherten, Versicherungssumme und den gewählten Zusatzleistungen. Da Lebensversicherungen individuell konfigurierbar sind, variieren die Prämien stark, doch man bekommt beispielsweise bei Allianz schon ab rund 100 Franken pro Monat gute Versicherungsangebote.

4. Rechtsschutzversicherung

Eine Rechtsschutzversicherung im Kontext von Krediten bietet Schutz bei rechtlichen Streitigkeiten, die im Zusammenhang mit dem Kreditvertrag stehen. Dazu gehören beispielsweise Auseinandersetzungen über die Vertragsbedingungen oder die Handhabung von Zahlungsausfällen. Eine Rechtsschutzversicherung ist natürlich auch bei Betrugsversuchen im Kreditbereich äusserst hilfreich.

Die Jahresprämien variieren je nach Umfang des Rechtsschutzes, bieten jedoch im Vergleich zu den potenziellen Kosten eines Rechtsstreits ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Bei der Dextra Rechtsschutz AG bekommt man beispielsweise bereits ab 264 Franken pro Jahr umfassenden Rechtsschutz.

5. Identitätsdiebstahlversicherung

Eine Identitätsdiebstahlversicherung ist insbesondere bei Kreditkarten oder Online-Krediten relevant, obwohl sie nicht spezifisch für Kredite konzipiert ist. Die Versicherung bietet Schutz vor den finanziellen Folgen eines Identitätsdiebstahls, bei dem Betrüger unter der Identität des Opfers Kredite aufnehmen. Die Versicherung hilft bei der Wiederherstellung der finanziellen Sicherheit und deckt die Kosten für rechtliche Beratung, Schadensbegrenzung und sogar bestimmte direkte finanzielle Verluste.

Die Prämien für eine Identitätsdiebstahlversicherung sind vergleichsweise günstig. Die jährlichen Kosten reichen von wenigen Dutzend bis zu einigen Hundert Franken, abhängig von der Deckungshöhe und den inkludierten Leistungen.

Lohnen sich Kreditversicherungen?

Kreditversicherungen lohnen sich in der Mehrzahl der Fälle für Kreditnehmende nicht. Der Grund dafür ist, dass die Kosten in der Regel viel zu hoch sind. Hinzu kommen die zahlreichen Ausschlusskriterien, welche bei den Angeboten stets mit dabei sind. Im Allgemeinen raten wir bei Kredite Schweiz deshalb von Kreditversicherungen ab.

Es gibt Fälle, in denen sich eine Versicherung für den Kredit trotzdem lohnt, insbesondere wenn man sie mit einer anderen Versicherung kombiniert. So hilft eine Rechtsschutzversicherung beispielsweise nicht nur bei Streitigkeiten mit Bezug auf den Kredit, sondern auch bei allen anderen rechtlichen Problemen.

Worauf sollte man bei der Auswahl achten?

Falls Sie trotzdem eine Kreditversicherung wollen, ist beim Abschluss eine sorgfältige Prüfung des Angebots entscheidend, um festzustellen, ob sich die Versicherung überhaupt tatsächlich lohnt. Beachten Sie stets folgende Punkte.

  • Deckungsumfang: Verstehen Sie genau, welche Risiken auch wirklich abgedeckt sind. Nicht alle Kreditversicherungen bieten den gleichen Schutzumfang. Während einige Policen beispielsweise Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfähigkeit und Todesfall abdecken, beschränken sich andere nur auf eines oder zwei dieser Risiken.
  • Kosten-Nutzen-Verhältnis: Bewerten Sie, ob die Kosten der Versicherung im Verhältnis zum gebotenen Schutz stehen. Schmerzhaft hohe Prämien in Kauf zu nehmen ist nicht sinnvoll, insbesondere wenn die Wahrscheinlichkeit, dass der Versicherungsfall eintritt, niedrig ist.
  • Ausschlüsse und Bedingungen: Beachten Sie unbedingt die spezifischen Ausschlüsse und Bedingungen der Police, wie beispielsweise Karenz- und Wartezeiten, maximale Leistungsdauern und -beträge. Diese Faktoren beeinflussen erheblich, ob sich die Versicherung wirklich lohnt.

Welche Fehler sollten vermieden werden?

Beim Abschluss einer Kreditversicherung sind mehrere Fallstricke zu vermeiden, um nicht unnötig hohe Kosten zu tragen oder im Versicherungsfall dann trotzdem ohne Schutz dazustehen. Folgende Punkte sind zu beachten.

  • Überflüssige Versicherungen: Vermeiden Sie den Abschluss von Versicherungen, die Schutz für Risiken bieten, die bereits durch andere Policen oder durch unsere sozialen Schweizer Sicherungssysteme abgedeckt sind.
  • Unzureichende Informationsbeschaffung: Wenn Sie sich nicht genügend Zeit nehmen, um die Angebote verschiedener Versicherer zu vergleichen, führt dies schnell dazu, dass Sie eine Versicherung mit ungünstigen Konditionen abschliessen. Vergessen Sie nicht, dass Verkäufer von Versicherungen nicht immer nur an Ihrem Wohlergehen interessiert sind, sondern auch an der Provision, die sie damit verdienen.
  • Vernachlässigung des Kleingedruckten: Das Übersehen von Ausschlussklauseln und spezifischen Bedingungen führt zu bösen Überraschungen. Es gibt wenig Frustrierenderes, als festzustellen, dass die Versicherung im entscheidenden Moment nicht greift. Beispielsweise greifen Versicherungen bei Arbeitslosigkeit nur, wenn diese unverschuldet ist und Ihnen die Arbeitslosenversicherung (ALV) Taggeldleistungen entrichtet.

Kann man eine Kreditversicherung kündigen?

Die nicht obligatorischen Kreditversicherungen erlauben eine Kündigung unter Einhaltung von vertraglich bestimmten Fristen und Bedingungen. Die Kündigungsfrist beträgt in der Regel einen Monat oder drei Monate.

Über die Kündigungsbedingungen sollten Sie sich natürlich bereits vor Abschluss der Versicherung informieren. Die Versicherungspolice und die Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) helfen Ihnen, Ihre Rechte und Pflichten zu verstehen. Bei Unsicherheiten oder Fragen wenden Sie sich direkt an den Versicherer oder an einen unabhängigen Berater.

Wird die Versicherung gekündigt bei einer Umschuldung?

Bei dem Ersatz eines bestehenden Kredits durch einen neuen, also einer sogenannten Kredit Umschuldung, ist es wichtig, die Bedingungen der bestehenden Kreditversicherung genau zu verstehen. Der Versicherungsschutz endet mit der Ablösung des ursprünglichen Kredits, wenn die Versicherung direkt an den Kreditvertrag gekoppelt ist. Das bedeutet, dass für den neuen Kredit eine separate Versicherung abgeschlossen werden muss. Es ist empfehlenswert, mit dem neuen Kreditgeber und der Versicherungsgesellschaft zu klären, wie der Übergang am besten gestaltet wird, um lückenlosen Versicherungsschutz zu gewährleisten.

Was passiert, wenn man die Versicherung nicht mehr bezahlen kann?

Falls Sie in eine finanzielle Notlage geraten und die Prämien für Ihre Kreditversicherung nicht mehr aufbringen können, nehmen Sie bitte umgehend mit der Versicherungsgesellschaft Kontakt auf! Viele Versicherer bieten in solchen Fällen Möglichkeiten zur Anpassung der Versicherungsbedingungen, wie etwa eine vorübergehende Prämienpause oder eine Anpassung des Versicherungsumfangs, um die Prämien zu senken.

Unbezahlte Prämien führen hingegen dazu, dass Mahngebühren anfallen und zum Teil auch der Versicherungsschutz ausgesetzt wird. Falls Sie bereits in finanziellen Schwierigkeiten stecken, lohnt sich der Kontakt zu einer Stelle für Schuldenhilfe. Proaktive Kommunikation und das Suchen nach Lösungen mit der Versicherung helfen, solche Konsequenzen zu vermeiden. Schweizer Versicherer sind einiges netter und kooperativer als die meisten Leute annehmen.